Angesichts von Temperaturen, die inzwischen über 40 Grad Celsius steigen, hat Japan gerade ein völlig neues Wort für seine extremen Hitzewellen eingeführt. Dieser beispiellose Schritt verdeutlicht, wie drastisch sich die globale Erwärmung auf unseren Alltag auswirkt.
Der Sommer 2026 wird nicht nur in Frankreich, sondern in der gesamten Nordhalbkugel von Phasen intensiver Hitzewellen geprägt. Diese Entwicklung lässt sich teilweise durch den Klimawandel erklären: Jahr für Jahr verschieben Hitzewellen den weltweiten Normalzustand.
Hinzu kommt, dass die globalen Wetterphänomene in diesem Jahr durch El Niño verstärkt werden, eine wiederkehrende Störung der Ozeane, die durch eine ungewöhnliche Erwärmung des Pazifikwassers gekennzeichnet ist. Sie beeinflusst die globalen Temperaturen unmittelbar und fällt deutlich stärker aus als 2023, als sie zuletzt auftrat.
Angesichts dieser allgemeinen Überhitzung sehen sich Regierungen dazu veranlasst, ihre Präventionsinstrumente neu auszurichten. Japan hat in diesem Zusammenhang eine symbolische Schwelle überschritten und seinen Wortschatz direkt angepasst.
Japan führt das Wort „kokushobi“ ein
Um die Bevölkerung zu warnen, hat die japanische Wetterbehörde offiziell einen neuen Begriff eingeführt: kokushobi, was sich als „grausam heißer Tag“ übersetzen lässt. Das Wort bezeichnet fortan Spitzenwerte von mehr als 40 Grad Celsius. Es ergänzt eine Skala, in der Tage über 25 Grad Celsius bereits als natsubi, über 30 Grad Celsius als manatsubi und über 35 Grad Celsius als moshobi eingestuft wurden.
Am Dienstag, dem 21. Juli, überschritten mehrere Städte im Zentrum des Landes diese symbolische Marke. Allein in Tokio führte dies innerhalb eines Tages zu Hunderten Krankenhauseinweisungen wegen Hitzschlägen. Die Notaufnahmen waren dadurch nahezu überlastet, während das Land in den vergangenen Saisons bereits mehr als 2.000 hitzebedingte Todesfälle beklagte.
Japanische Gesellschaft passt sich an
Um der extremen Hitze zu begegnen, wird der Alltag der Japaner umfassend umgestaltet. So ermutigen die Behörden Beschäftigte inzwischen dazu, im Büro Shorts und T-Shirts zu tragen. Damit soll der Einsatz von Klimaanlagen verringert und das bereits belastete Stromnetz entlastet werden.
Auch das traditionsreiche nationale Baseballturnier der Oberschulen, das mitten im August stattfindet, wird seine Spiele künftig auf den Morgen und den Abend verteilen, um Spieler und Zuschauer zu schützen. Reisbauern setzen derweil auf hitzeresistentere Sorten, während andere ihre Flächen auf den Anbau von Avocados umstellen.
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