Während sich die Waldbrände in ganz Frankreich häufen, werden aus der Luft eindrucksvolle rote Streifen abgeworfen, um das Vorrücken der Flammen aufzuhalten. Chemische Zusammensetzung und Wirkungsweise: Das steckt hinter diesem wichtigen Flammschutzmittel bei der Bekämpfung von Waldbränden.
Der Sommer 2026 wird in Frankreich von einer besonders schweren Welle von Bränden geprägt. Während in der Gironde die spektakulärsten Feuer wüten und Zehntausende Hektar zerstört wurden, sind auch die Einsatzkräfte an weiteren Brandherden massiv gefordert – insbesondere in den Landes, der Dordogne und entlang des Mittelmeerraums.
Um der steigenden Zahl von Brandausbrüchen zu begegnen, setzt der Zivilschutz seine gesamte Luftflotte ein. Canadair-Löschflugzeuge nehmen dabei im Schnellverfahren Wasser aus Gewässern auf und werfen es unmittelbar über den Flammen ab. Flugzeuge wie die Dash 8 oder die A400M der Armee hingegen setzen auffällige Bahnen einer leuchtend roten Flüssigkeit frei.
Die Ausbreitung der Flammen verhindern
Dabei handelt es sich um ein Flammschutzmittel, das gezielt vor dem Brandherd abgeworfen wird, um Waldbränden den Weg abzuschneiden; es löscht die Flammen nicht, verhindert aber ihre Ausbreitung. Seine chemische Rezeptur ist darauf ausgelegt, als Pulver oder Konzentrat gelagert und erst kurz vor dem Start des Flugzeugs mit Wasser vermischt zu werden. Es besteht zu 80 % aus Wasser sowie aus Mineralsalzen, meist Ammoniumphosphat oder Ammoniumsulfat. Diese Stoffe, die bestimmten landwirtschaftlichen Düngemitteln sehr ähnlich sind, bilden den Wirkstoff, der die Verbrennung der Vegetation unterbrechen soll.
Die rote Farbe erfüllt ausschliesslich einen praktischen Zweck. Sie entsteht durch ein natürliches Pigment auf Basis von Eisenoxid oder Ton, das der Mischung zugesetzt wird. Dieser Zusatz dient den Piloten im Cockpit als entscheidende Orientierungshilfe: Er zeigt präzise an, wo die Schutzbarriere bereits ausgebracht wurde, damit bei weiteren Überflügen keine Bereiche ausgelassen oder doppelt behandelt werden.
Ausserdem enthält das Mittel Verdickungsmittel, damit die Mischung gut an Blättern und Ästen haftet, sowie Korrosionsschutzstoffe, die die Metalltanks der Löschflugzeuge schützen.
So wirkt das Flammschutzmittel
Unter Hitzeeinwirkung zersetzt sich Ammoniumphosphat und verändert die Struktur der Pflanzen: Die Zellulose des Holzes wird in feuerhemmende Kohle umgewandelt, wodurch keine entzündlichen Gase entstehen können. Während unbehandeltes Holz bereits bei 250 Grad Celsius Feuer fängt, halten mit diesem Mittel bedeckte Pflanzen Temperaturen von nahezu 700 Grad Celsius stand. Selbst nachdem das Wasser der Mischung durch die Umgebungshitze verdunstet ist, behält die chemische Barriere ihre isolierenden Eigenschaften vollständig bei – solange es nicht regnet.
Leider ist das Flammschutzmittel wegen seiner hohen Ammoniakkonzentration nachweislich giftig für Gewässer. Es kann zum Fischsterben führen und Wasserläufe beeinträchtigen. Aus diesem Grund untersagen die Vorschriften des Zivilschutzes den Piloten strikt, das Produkt in unmittelbarer Nähe von Flüssen, Seen und geschützten Feuchtgebieten abzuwerfen.
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