Die Lage in Kuba ist kritisch. Wegen des Mangels an Kerosin wird das Land internationale Flugzeuge an seinen Flughäfen über mehrere Wochen hinweg nicht mehr betanken können. Das dürfte den Luftverkehr erheblich erschweren und zugleich eine ohnehin stark belastete Wirtschaft weiter schwächen.
US-Druck verschärft Kubas Energiekrise
Seit einem Monat bekommt Havanna eine drastische Verschärfung der US-Politik unmittelbar zu spüren. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro, dem venezolanischen Präsidenten und langjährigen Verbündeten des kubanischen Regimes, hat Donald Trump seine Drohungen gegen Kuba verstärkt.
Nach Auffassung des Weißen Hauses stellt das Land „eine ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung“ dar. Es verweist auf „illegale Migration und Gewalt“ sowie auf die engen Beziehungen Kubas zu China, Russland und Iran. Die kubanischen Behörden weisen diese Vorwürfe entschieden zurück und prangern eine Politik der wirtschaftlichen Erpressung an.
Der US-Präsident setzte insbesondere das Instrument der Zölle ein: Jedes Land, das Kuba direkt oder indirekt mit Erdöl beliefert, riskiert Handelssanktionen. Für eine Insel, die stark von Energieimporten abhängt und lange Zeit von Venezuela versorgt wurde, ist dieser Druck besonders gravierend. Ohne diese entscheidende Lieferung schrumpfen die Vorräte des Landes sichtbar.
Der Luftverkehr ist unmittelbar betroffen
Die direkte Folge: Kuba verfügt für internationale Flüge nicht mehr über Jet A-1, den Standardtreibstoff für Düsenflugzeuge. Die Luftfahrtbehörden teilten daher mit, dass ausländische Fluggesellschaften an den wichtigsten Flughäfen des Landes bis Mitte März nicht mehr tanken können.
Konkret müssen Flugzeuge mit ausreichend Treibstoff für den Rückflug eintreffen oder technische Zwischenstopps an anderen Orten in der Karibik einplanen, insbesondere in der Dominikanischen Republik oder in Mexiko.
Für die Fluggesellschaften sind die Folgen erheblich: Zusätzliche Kosten entstehen, und die Flugpläne geraten durcheinander. Trotz der Krise bleibt Kuba ein stark nachgefragtes Reiseziel. Vor allem in der Hochsaison fliegen US-amerikanische, kanadische und europäische Airlines die Insel weiterhin in großer Zahl an. Jeder beeinträchtigte Flug bedeutet unmittelbare Einnahmeausfälle für ein Land, das stark auf die von Besuchern eingebrachten Devisen angewiesen ist.
Kubas Wirtschaftslage verschlechtert sich deutlich
Über die Luftfahrt hinaus verschärft sich auch die Lage im Inland rasch. Die Regierung kündigte mehrere Notmaßnahmen an: Einschränkungen im öffentlichen Verkehr, die vorübergehende Schließung einiger Hotels, verkürzte Arbeitswochen in Staatsunternehmen und teilweise Online-Unterricht an Universitäten. Das ohnehin anfällige Stromnetz ist wiederholt von Ausfällen betroffen.
Kuba betont, weiterhin für Gespräche mit Washington offen zu sein, lehnt jedoch jede Infragestellung seines politischen Systems ab. Bis zu einer möglichen Deeskalation versucht sich die Insel daher so gut wie möglich zu organisieren. An den Flughäfen landen die Maschinen weiterhin, um anschließend andernorts Treibstoff aufzunehmen.
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