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Pavel Durov und Telegram im Visier des Kremls

Mann steht im Büro vor Fenster mit Blick auf historischen Turm, nutzt Handy, Laptop und Unterlagen auf Tisch.

Pavel Durov und sein Messenger stehen im Visier des Kremls.

Für Russland ist es ein Paukenschlag: Der Föderale Sicherheitsdienst (FSB), Nachfolger des KGB, teilte am Mittwoch, dem 29. Juli, mit, Pavel Durov, Gründer und Chef von Telegram, wegen Beihilfe zu terroristischen Aktivitäten angeklagt und einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen zu haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Nach Angaben des Geheimdienstes soll die Anwendung Inhalte nicht entfernt haben, die „von ukrainischen Spezialdiensten sowie terroristischen und extremistischen Organisationen genutzt wurden, um Sabotage- und Terrorakte, Massentötungen und Cyberbetrugsoperationen innerhalb der Russischen Föderation vorzubereiten und zu koordinieren“.

Bislang haben sich weder Pavel Durov noch Telegram zu der Mitteilung geäußert. Sie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Plattform mit einer Milliarde Nutzern in Russland und der Ukraine besonders stark genutzt wird. Vor allem Kriegsblogger berichten über Schwierigkeiten der Armee an der Front – sehr zum Missfallen der russischen Führung.

Die Regierung versucht zudem, Telegram zu sperren und die Bevölkerung zu Max zu lenken, einem Netzwerk, das vollständig vom FSB kontrolliert und überwacht wird. Dennoch greifen weiterhin sehr viele Bürger mithilfe von VPNs auf den Messenger zu.

Pavel Durov und Russland: ein zwiespältiges Verhältnis

Zur Erinnerung: Um das Verhältnis des Unternehmers zu seinem Herkunftsland, das er bereits vor mehreren Jahren verlassen hat, kursierten lange Gerüchte. Diese hielten insbesondere nach seiner Festnahme in Paris im August 2024 an – Durov besitzt zudem die französische Staatsangehörigkeit. Unterhält er geheime Verbindungen zu den russischen Diensten?

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Laut RTS lässt sich nicht feststellen, ob Pavel Durov mit dem FSB zusammenarbeitet: Einige Beobachter gehen davon aus, andere nicht. Das Schweizer Medium weist jedoch auf ein Paradox hin. Nach seiner Festnahme stellten sich sowohl die Behörden als auch die Gegner von Wladimir Putin gleichzeitig hinter ihn.

Die Verdächtigungen stützen sich unter anderem auf Durovs Haltung gegenüber den russischen Gesetzen zur Überwachung von Messengerdiensten. LibreJournal.fr zufolge befeuerte seine ausbleibende vehemente Reaktion auf entsprechende Vorgaben im Jahr 2018 Vorwürfe einer gewissen Nähe zwischen der russischen Macht und dem ins Exil gegangenen Milliardär – obwohl er solche Verbindungen öffentlich bestreitet. Stattdessen stellt der Geschäftsführer Telegram regelmäßig als Instrument des Widerstands gegen autoritäre Regime dar.

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