Eine große Erleichterung in der Gironde: 84.000 Evakuierte dürfen an diesem Donnerstag endlich in ihre Häuser zurückkehren. Die Bilanz bleibt jedoch tragisch, denn der Waldbrand ist weiterhin nicht vollständig unter Kontrolle.
Seit mehr als einer Woche verwüstet ein riesiger Brand die Landschaft der Gironde. Seit Mittwoch, dem 22. Juli, haben die Flammen über 42.000 Hektar Wald zerstört und Massenräumungen ausgelöst. Insgesamt mussten innerhalb weniger Tage mehr als 222.000 Menschen ihre Wohnungen überstürzt verlassen.
Nach einer vergleichsweise ruhigen Nacht erklärte die Präfektur der Gironde am Donnerstag, dem 30. Juli, dass der Brand zwar „stabilisiert“ sei, aber „noch nicht unter Kontrolle“ stehe. Die Rettungskräfte bleiben in höchster Alarmbereitschaft, um ein plötzliches Wiederaufflammen an den Rändern des Brandgebiets zu verhindern.
Auch die Wetterlage spielt den Einsatzkräften in die Karten: Die Niederschläge im Département tragen dazu bei, die Intensität der noch aktiven Brandherde zu verringern. Vor diesem Hintergrund haben die Behörden 84.000 Menschen die Rückkehr in ihre Wohnungen erlaubt.
9 Gemeinden betroffen
Insgesamt können die Bewohnerinnen und Bewohner von neun weiteren Gemeinden sicher zurückkehren: Mios, Le Barp, Cestas, Saint-Jean-d’Illac, Martignas-sur-Jalle, Saint-Médard-en-Jalles, Saint-Aubin-de-Médoc, Salaunes und Sainte-Hélène. Hinzu kommen die drei Gebiete Eysines, Le Haillan und Mérignac, die bereits am 28. wieder freigegeben wurden.
Für viele Menschen ist eine Rückkehr zur Normalität allerdings noch nicht möglich. Aus naheliegenden Sicherheitsgründen und wegen der anhaltenden Gefahren bleibt die Rückkehr in 11 weiteren Gemeinden strikt untersagt: Arès, Andernos-les-Bains, Audenge, Biganos, Lacanau (auf Campingplätze beschränkt), Lanton, Lège-Cap-Ferret, Marcheprime, Le Porge, Saumos und Le Temple.
Die Behörden befürchten derzeit vor allem Gewitter mit starken Windböen und Blitzeinschlägen. Diese Faktoren könnten neue verheerende Brände auslösen.
117.000 Hektar durch Brände zerstört
Nach einer Krisensitzung teilte Innenminister Laurent Nuñez mit, dass seit Beginn der Saison 14.131 Brände registriert wurden, bei denen insgesamt 117.000 Hektar verbrannten. Fast 70 % der in diesem Sommer erfassten Brände sind kriminellen Ursprungs, beklagte er. Die Sicherheitskräfte haben beispiellose Ermittlungsmittel eingesetzt, um Brandstifter aufzuspüren. Die Einsätze der vergangenen Wochen führten landesweit bereits zu 275 Festnahmen und 31 Untersuchungshaftanordnungen. Die Behörden kündigen absolute Härte an.
Aufeinanderfolgende Hitzewellen in Frankreich bilden zusammen mit einer lang anhaltenden extremen Dürre eine explosive Mischung, durch die die Brände außergewöhnlich verheerend werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem stabilisierten und einem unter Kontrolle befindlichen Brand?
Ein stabilisierter Brand bedeutet, dass sich seine Ausbreitung durch die Arbeit der Einsatzkräfte oder durch die Wetterlage deutlich verlangsamt hat. Er bleibt jedoch aktiv und kann plötzlich wieder aufflammen. Von einem Brand, der unter Kontrolle ist, spricht man dagegen, wenn seine Hauptfront vollständig gestoppt wurde: Das Feuer breitet sich keinen einzigen Meter mehr in neue Gebiete aus, kann innerhalb seines Perimeters aber weiterbrennen und erfordert lange Löscharbeiten am Boden.
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