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CBG-Studie liefert ermutigende Ergebnisse bei Angst und Stress

Mann hält Flasche mit Cannabis-Extrakt vor Laptop mit Gehirngrafik am Holztisch.

Eine weniger bekannte Verbindung aus Cannabispflanzen gewinnt an Bedeutung und könnte CBD (Cannabidiol) eines Tages ernsthafte Konkurrenz machen.

Die erste klinische Studie am Menschen, die den Einfluss von Cannabigerol (CBG) auf Angst und Stress untersuchte, lieferte bei 34 gesunden Teilnehmenden ermutigende Ergebnisse.

CBG wird inzwischen als „Mutter aller Cannabinoide“ bezeichnet, weil es rasch zu CBD und THC (Tetrahydrocannabinol) verstoffwechselt werden kann – jener psychoaktiven Substanz in Cannabis.

In der aktuellen Studie berichteten Personen, die eine CBG-Tinktur einnahmen, innerhalb der Stunde nach der Einnahme über deutlich geringere Angst- und Stressgefühle als nach einem Placebo.

Zur Überraschung der Forschenden erzielten die Teilnehmenden nach der Einnahme von CBG zudem geringfügig bessere Ergebnisse in Tests zum verbalen Gedächtnis.

Frühere Untersuchungen zeigten hingegen, dass Cannabisprodukte mit THC die Werte beim verbalen Gedächtnis ungefähr im gleichen Ausmaß verschlechtern.

Wie CBD erzeugt CBG jedoch nicht die berauschende Wirkung von THC.

CBG-Studie zu Angst, Stress und verbalem Gedächtnis

Die Psychologin Carrie Cuttler von der Washington State University und ihr Team sehen ihre Ergebnisse mit Interesse. Sie wollen jedoch vermeiden, dass der zunehmende Hype um den CBG-Markt der wissenschaftlichen Forschung davoneilt – wie es bereits bei CBD geschehen ist.

„Es wäre außerdem interessant zu untersuchen, ob CBG die nachteiligen Auswirkungen von THC auf das verbale Gedächtnis abmildern könnte, wie dies ursprünglich auch von CBD behauptet wurde, bis mehrere Versuche zur Replikation dieser Ergebnisse scheiterten“, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrer veröffentlichten Arbeit.

CBD ist bislang das bekannteste nicht berauschende Cannabinoid und könnte möglicherweise Schlaflosigkeit, Angstzustände und eventuell chronische Schmerzen behandeln. Obwohl viele CBD-Produkte häufig als Allheilmittel beworben werden, ist die wissenschaftliche Grundlage für zahlreiche dieser Behauptungen jedoch schwach oder fehlt vollständig.

Für CBG gilt dies in noch stärkerem Maße.

„Wir müssen Behauptungen vermeiden, CBG sei ein Wundermittel“, warnt Cuttler.

„Es ist neu und spannend, doch Replikationen und weitere Forschung sind entscheidend.“

Cannabigerol: Seltenes Cannabinoid mit frühem Forschungspotenzial

In Cannabispflanzen kommt CBG nur in Spuren vor und stand historisch im Schatten von THC und CBD.

Unter den rund 100 Cannabinoidverbindungen, die Forschende bislang in dieser Pflanzengattung identifiziert haben, zählt CBG in präklinischen Studien jedoch zu den vielversprechendsten Substanzen.

Einige Tierstudien deuten darauf hin, dass CBG entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken könnte. In Mausmodellen für Epilepsie im Kindesalter konnte es außerdem Krampfanfälle verringern.

Bislang wurden jedoch nur zwei klinische Studien am Menschen zu den Wirkungen von CBG veröffentlicht – und keine davon befasste sich mit seinem möglichen Nutzen bei Angstzuständen.

Die jüngsten Experimente von Cuttler und ihren Kolleginnen und Kollegen sollten diese Forschungslücke schließen.

Im ersten Teil der Studie erhielt die Hälfte der Teilnehmenden ein Placebo, während die andere Hälfte eine CBG-Tinktur einnahm. Weder die Teilnehmenden noch die Forschenden wussten, wer welches Präparat bekam.

Nach dem Schlucken der Tinktur bewerteten die Teilnehmenden ihre Stimmung, ihren Stress, ihre Angst und weitere Faktoren, darunter Rauschgefühle oder Nebenwirkungen wie trockene Augen oder einen trockenen Mund. Diese Angaben machten sie 20 Minuten, 45 Minuten und 60 Minuten nach der Einnahme.

Eine Woche später wurde das Verfahren wiederholt: Wer zuvor das Placebo erhalten hatte, bekam nun die Tinktur – und umgekehrt.

Die Versuche fanden aus der Ferne über Zoom statt. Die Personen in der CBG-Gruppe erzielten nur bei einem allgemeinen Angsttest niedrigere Werte, nicht jedoch bei einem zweiten, spezifischeren Angsttest.

Trotz dieser Einschränkungen stimmen die ersten Ergebnisse zum möglichen Einsatz von CBG gegen Angst und Stress mit einer früheren Befragung überein, die teilweise von denselben Autorinnen und Autoren durchgeführt wurde.

In dieser Umfrage gaben die meisten CBG-Nutzenden an, den Extrakt zur Bewältigung ihrer Angst einzunehmen. Viele Befragte erklärten zudem, CBG sei für sie wirksamer als herkömmliche Medikamente.

Fast ein Drittel der Befragten berichtete außerdem, CBG bei Depressionen einzusetzen. Die aktuelle Studie zeigte allerdings keinen signifikanten Einfluss auf die Stimmung der Teilnehmenden.

Das könnte an der niedrigen CBG-Dosierung im Experiment liegen oder daran, dass Depressionen in der kleinen Studiengruppe bereits selten waren.

„CBG wird immer beliebter, und immer mehr Hersteller machen weitreichende, unbelegte Behauptungen über seine Wirkungen“, sagt Cuttler.

„Unsere Studie gehört zu den ersten, die einige dieser Behauptungen mit Belegen untermauert, und trägt damit zur Aufklärung sowohl der Verbraucherinnen und Verbraucher als auch der wissenschaftlichen Gemeinschaft bei.“

Die Studie wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

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