Meta hat StoryKit entwickelt, eine App, die mithilfe von KI Geschichten für Kinder erstellt.
Eltern kennen die Situation: Jeden Abend wiederholt sich dasselbe Ritual. Sobald Schlafenszeit ist, soll dem Nachwuchs eine Geschichte erzählt werden. Ob sie aus einem Buch stammt oder von Mama beziehungsweise Papa erfunden wird – für Kinder ist diese Erzählung ein wichtiger Moment. Meta will mit einer KI-App Teil dieses Rituals werden.
StoryKit von Meta erstellt personalisierte Kindergeschichten
Meta hat dafür StoryKit entwickelt, eine App, die derzeit ausschliesslich für iOS verfügbar ist. Sie soll individuelle Geschichten erzeugen, die auf das Kind zugeschnitten sind. Eltern wählen zunächst eine Hauptfigur aus und können dafür sogar ein Foto verwenden – etwa von dem Lieblingskuscheltier oder einer Person. Anschliessend bestimmen sie den Schauplatz und zuletzt eine kleine Botschaft, beispielsweise Freundlichkeit, Mut oder Grosszügigkeit. Aus diesen Angaben erstellt StoryKit eine Geschichte.
Die erzeugte Erzählung lässt sich in mehreren Varianten ausgeben. Die App kann lediglich einen Text anzeigen, den Eltern selbst vorlesen. Ebenso kann sie ein Bilderbuch, ein Hörbuch – damit man sich nicht einmal mehr anstrengen muss – oder eine druckbare Fassung erstellen.
Meta setzt vollständig auf KI
Bislang ist StoryKit nur in den USA und für iOS erhältlich. Die App wirkt eher wie ein Experiment als wie ein fertiges Produkt. Meta investiert seit einiger Zeit massiv in KI. Eine solche Anwendung wurde natürlich nicht entwickelt, um Eltern zu unterstützen, sondern um die Fähigkeiten und Fortschritte des Konzerns auf diesem Gebiet zu demonstrieren. Gerade bei einer App, die Kinder betrifft, erscheint dieser Ansatz offensichtlich zynisch.
Warum die Gute-Nacht-Geschichte nicht an KI abgegeben werden sollte
Sollte man StoryKit nutzen, um die Gute-Nacht-Geschichte abzugeben? Nein. Natürlich nicht. Das Ende eines Tages kann für viele Eltern anstrengend sein, und seien wir ehrlich: Manchmal fehlt schlicht die Motivation, noch eine Geschichte zu erzählen. Die Aufgabe mithilfe einer KI abzuwälzen, bleibt dennoch eine schlechte Idee. Möchten wir Kinder wirklich Geschichten aussetzen, die lau erzählt werden und von einer berechnenden, seelenlosen KI stammen? Mehrere Studien haben gezeigt, dass Gute-Nacht-Geschichten Kindern zugutekommen. Sie fördern Fantasie, Sprache und Wortschatz und tragen zudem zu besserem Schlaf bei. Ausserdem ist die Geschichte vor dem Einschlafen, wie alle Eltern wissen, ein inniger Moment, den man nicht durch KI ersetzen möchte. Nach einem langen Arbeitstag kann es zwar erschöpfend sein, ständig neue Geschichten zu erfinden, doch Unterstützung durch KI ist nicht die Lösung.
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