Donald Trump hat verlangt, die Beteiligung der US-Armee an den Militärübungen Südkoreas zu beenden. Zugleich lobte der US-Präsident das Nordkorea von Kim Jong-un als ein „nicht bedrohliches und respektvolles“ Land.
Ohne Rückhalt aus Washington gerät Südkorea unter noch stärkeren Druck aus Nordkorea. Am Sonntag, dem 16. August, wies Donald Trump das Pentagon auf Truth Social an, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea „deutlich zu reduzieren“. Dies begründete er damit, dass sie gegenüber Nordkorea, das er als „nicht bedrohlich und respektvoll“ einstufte, ein „unangemessenes und feindseliges Signal“ aussendeten.
Nach Darstellung von Donald Trump verbindet ihn mit Kim Jong-un eine „sehr gute Beziehung“. Daher sei der US-Präsident „nicht glücklich“ über die laufenden Demonstrationen der US-Armee gemeinsam mit den südkoreanischen Streitkräften in den Gewässern rund um die Halbinsel. Seine Ankündigung fällt in die Zeit der jährlich stattfindenden gemeinsamen Übung Ulchi Freedom Shield.
Ulchi Freedom Shield: Südkorea hält am Programm fest
Seoul beteiligt sich mit 18.000 Soldaten an den jährlichen Übungen und erklärte, den Beitrag von Trump zu prüfen. Die Regierung hoffe, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den US-amerikanischen und nordkoreanischen Staatschefs zu einem konstruktiven Dialog beider Länder führten und Gespräche ermöglichten, die Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel fördern. Zugleich stellte das Land klar, dass die Übungen am 17. August „wie geplant“ begonnen hätten; trotz Trumps Anweisung an das Pentagon sei das Programm nicht geändert worden.
Südkorea, US-Verbündeter mit Blick auf die Bedrohung aus Pjöngjang
Neben den Spannungen mit Nordkorea führte Donald Trump zur Begründung seiner Entscheidung auch an, Südkorea gehöre zu den verbündeten Staaten, die er kritisiert hatte, weil sie Washington in dessen Krieg gegen den Iran nicht unterstützten. Wenige Tage nach Beginn des Konflikts am 28. Februar hatte der US-Präsident bereits Spanien und das Vereinigte Königreich in gleicher Weise kritisiert. Seoul wies darauf hin, dass über mögliche militärische Beiträge gesprochen worden sei.
Nordkorea beobachtet die US-Unterstützung für Seoul
Südkorea kann es sich jedoch nicht leisten, Nordkorea den Rücken zu kehren. Pjöngjang verfolgt die Entwicklung der amerikanischen Unterstützung genau, um Seouls Fähigkeit zur Selbstverteidigung einzuschätzen – ähnlich wie Taiwan gegenüber China. Deshalb verwies der Präsident auch auf die Notwendigkeit, den Stand der Verteidigungsbereitschaft auf der koreanischen Halbinsel zu überwachen, während zugleich die Frage einer Beteiligung am amerikanischen Kriegseinsatz im Iran im Raum steht.
Vor den gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas feuerte Pjöngjang seit dem 6. August zwei ballistische Raketen ab. In der Vergangenheit hatte Donald Trump Kim Jong-un verspottet, ihn als „Raketenmann“ bezeichnet und „Feuer und Wut“ angekündigt.
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