Zum Inhalt springen

Le Porge in der Gironde: Mehr als 400 Munitionskörper nach Mega-Waldbrand geborgen

Person in Schutzanzug untersucht mutmaßliche Bomben auf einem Waldbrandplatz mit ferngesteuertem Roboter im Hintergrund.

Hat Le Porge einer Katastrophe nur knapp entgangen? Mitten in den Flammen des Mega-Waldbrands in der Gironde wurden vergangene Woche mehr als 400 Munitionskörper geborgen. Der französische Zivilschutz soll sie nun auf einem Sprengplatz unschädlich machen.

Weltkriegsmunition im Brandgebiet von Le Porge

Wenn die Böden freigelegt werden, bringen die Brände in der Gironde auch historische Hinterlassenschaften ans Licht. In der schwer getroffenen Gemeinde Le Porge, in der 180 Häuser vollständig ausbrannten, entdeckte man Hunderte Munitionskörper aus dem Zweiten Weltkrieg. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli wurden Feuerwehrleute durch mehrere Detonationen alarmiert. Am Fundort lagen mehr als 300 panzerbrechende Granaten und 100 Mörsergranaten – ein Arsenal, das der Hitze teilweise standgehalten hatte.

Von dieser Munition wurden 100 Stück durch den Brand zerstört. Die übrigen, die ohnehin schon gefährlich waren, müssen nun entschärft werden. Die während der Waldbrände verzeichnete Explosionsserie dürfte vermutlich von den Mörsergranaten ausgelöst worden sein, deren Sprengladung deutlich größer ist als jene der panzerbrechenden Granaten.

„Man hörte die Explosionen, es war wie in Beirut, mit der Häufigkeit und Wucht eines Maschinengewehrs“, erklärte Bürgermeister Martial Zaninetti. Er ergänzte: „Die Granaten waren unter Grundstücken am Ortsausgang in Richtung Ozean vergraben.“

Zivilschutz entschärft die geborgene Munition

Wie Midi Libre berichtete, fand am 27. Juli bereits ein erster Minenräum-Einsatz statt. Ein zweiter folgte am Montag, dem 3. August. Im Laufe dieser Woche soll der Zivilschutz die Munitionskörper auf einem Sprenggelände im Zentrum von Bordeaux entschärfen.

Nach Aussagen, die die Zeitung Sud-Ouest eingeholt hat, wurde bei den Explosionen während des Brandes niemand verletzt; die Häuser waren ohnehin evakuiert worden. Allerdings traf ein weggeschleudertes Geschoss ein Haus und drang in das Gebäude ein.

Am Mittwoch, dem 5. August, veröffentlichte der Zivilschutz auf Facebook mehrere Bilder der in Le Porge sichergestellten Munition. In der Region finden sich zahlreiche Überreste des Zweiten Weltkriegs, darunter sowohl französische als auch deutsche Munitionskörper. Nach Kriegsende wurden große Mengen militärischen Materials zurückgelassen, hastig vergraben oder lediglich oberflächlich in Gruben und auf Feldern zerstört.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen