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Ballaststoffreiche Ernährung in der Schwangerschaft stärkt die Herzgesundheit von Kindern

Schwangere Frau isst gesunden Salat in der Küche, mit Stethoskop und Obst auf dem Holztisch.

Die Ernährung einer Schwangeren ist offenbar noch bedeutsamer, als bislang angenommen.

Eine neue Studie mit trächtigen Mäusen zeigt: Eine ballaststoffreiche Kost verbessert die langfristige Herzgesundheit des Nachwuchses in der Entwicklung und senkt dessen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im späteren Leben deutlich.

Dieses Ergebnis passt gut zu den aktuellen Ernährungsempfehlungen für Schwangere. Es unterstreicht, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist – insbesondere dann, wenn ein vollständig neuer Mensch heranwächst.

„Ballaststoffe, die in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten vorkommen, sind für ihre gesundheitlichen Vorteile bestens bekannt“, sagt die Biomedizinerin Francine Marques von der Monash University in Australien.

„Unsere Forschung zeigt, dass ihr Einfluss über die Mutter hinausreicht und die Entwicklung des kindlichen Herzens prägen kann.“

Ballaststoffreiche Ernährung in der Schwangerschaft

Die richtige Ernährung während der Schwangerschaft zu wählen, kann einem Minenfeld gleichen. Keinen Weichkäse essen. Mehr Spinat essen. Auf Aufschnitt verzichten. Joghurt essen. Grundsätzlich gelten jedoch dieselben Leitlinien wie für eine gesunde Ernährung allgemein. Dazu zählt ein hoher Anteil an Ballaststoffen, deren Vorteile unter anderem eine gesündere Darmfunktion und niedrigere Cholesterinwerte umfassen.

Um herauszufinden, ob und wie die Aufnahme von Ballaststoffen die Entwicklung eines Fötus beeinflusst, führten Marques und ihr Team Versuche mit Mäusen durch. Trächtige und säugende Mäusegruppen erhielten jeweils eine ballaststoffreiche oder ballaststoffarme Ernährung. Nach dem Absetzen bekamen die Jungmäuse Futter mit einem üblichen Ballaststoffgehalt.

Als eine Gruppe aus acht Jungmäusen sechs Wochen alt war, analysierten die Forschenden mittels RNA-Sequenzierung deren Herzgewebe. Eine ballaststoffreiche Ernährung führte zu Herzen, die weniger empfindlich auf entzündliche und immunologische Reize reagierten. Dadurch waren die Herzen widerstandsfähiger gegenüber vergleichsweise geringfügigen Belastungen.

Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Im nächsten Schritt rückte die Herz-Kreislauf-Erkrankung in den Mittelpunkt. Den sechs Wochen alten Mäusen wurde dazu das Hormon Angiotensin verabreicht, um durch Bluthochdruck bedingte Organschäden auszulösen. Hypertonie beziehungsweise hoher Blutdruck zählt zu den wichtigsten Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eignet sich daher gut, um die Anfälligkeit zu messen.

Die Herzen von Mäusen, deren Mütter ballaststoffarm ernährt worden waren, befanden sich in deutlich schlechterem Zustand als die ihrer Vergleichsgruppe mit ballaststoffreicher Ernährung. Diese Tiere hatten erheblich grössere Herzen, dickere Herzwände und stärkere Kollageneinlagerungen. Das deutet darauf hin, dass sie anfälliger für Erkrankungen wie die hypertrophe Kardiomyopathie waren, bei der sich die Wände der linken Herzkammer verdicken und dadurch weniger Blut pumpen können, sowie für Herzfibrose, also die Bildung von Narbengewebe im Herzen.

Darmgesundheit und kurzkettige Fettsäuren

Wie die Forschenden feststellten, hatten sowohl die Mütter als auch die Jungtiere bei ballaststoffreicher Ernährung einen gesünderen Darm und gesündere Darmbakterien. Bei den Müttern lagen die Blutplasmaspiegel kurzkettiger Fettsäuren zudem um 50 Prozent höher.

Ballaststoffe fördern im Darm die Bildung kurzkettiger Fettsäuren. Diese gelangen über den Blutkreislauf zur Plazenta und anschliessend zum Fötus, wo sie dazu beitragen, die Genaktivität im sich entwickelnden Herzen zu gestalten.

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Einfluss der vorgeburtlichen Ernährung einer Mutter möglicherweise unterschätzt wurde. Weitere Forschung ist jedoch notwendig, um zu klären, ob sich die Resultate auf Menschen übertragen lassen. Bekannt ist, dass eine ballaststoffreiche Ernährung bei Menschen zur Erhaltung eines gesunden Darms und Mikrobioms beiträgt. Deshalb erscheint es plausibel, dass auch Schwangere davon profitieren könnten.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen, und diese Forschung deutet darauf hin, dass eine einfache Ernährungsumstellung während der Schwangerschaft Kindern lebenslange Vorteile bringen könnte“, sagt Marques.

„Unsere Arbeit ergänzt die wachsende Zahl an Belegen, die die Bedeutung einer gesunden Ernährung während der Schwangerschaft hervorheben.“

Sie empfiehlt Müttern, weiterhin mit ihren medizinischen Betreuungspersonen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich für zwei essen und dabei die Interessen beider berücksichtigen.

Die Ergebnisse wurden in Circulation Research veröffentlicht.

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