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Die Brasilianische Armee hat mit der Neugliederung ihres Portfolios strategischer Programme eine weitere Phase ihrer Modernisierung eingeleitet. Die mit der im März 2026 veröffentlichten Verordnung Nr. 1.703 des Generalstabs der Armee formalisierte Änderung betrifft unmittelbar einen der wichtigsten Bereiche der landgestützten Kampfkraft: die Artillerie.
Die wesentliche Neuerung besteht in der Weiterentwicklung des Programms ASTROS, das künftig ASTROS-FOGOS heißt. Dabei handelt es sich nicht lediglich um eine Umbenennung: Die neue Organisation bündelt und verzahnt drei zentrale Säulen – die Rohrfeldartillerie, Raketen und Flugkörper sowie die Flugabwehr –, die nun unter einer einheitlichen Management- und Entwicklungsstruktur zusammengeführt werden.
Praktisch soll diese Maßnahme die Abläufe effizienter gestalten, indem Planung, Durchführung und Kontrolle innerhalb derselben strategischen Achse enger verknüpft werden. Damit sollen Überschneidungen verringert, die Projektsteuerung verbessert und die operative Leistungsfähigkeit der Artillerie als Ganzes ausgebaut werden.
Verantwortlich für das Programm ist das dem Generalstab der Armee unterstellte Heeresprojektbüro EPEx. Die Umstrukturierung ist Teil des umfassenderen Transformationsprozesses der Landstreitkräfte, der auf die Integration von Fähigkeiten, eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen und eine höhere Einsatzwirksamkeit ausgerichtet ist.
ASTROS-FOGOS und die digitalisierte Feldartillerie
Im Bereich der Feldartillerie zählt das Digitalisierte Feldartilleriesystem SISDAC zu den zentralen Vorhaben. Es führt Sensoren, Kommunikation, Navigation und Feuerleitung in einer gemeinsamen Umgebung zusammen. Dadurch lässt sich die Zeitspanne zwischen der Aufklärung eines Ziels und der Schussabgabe verkürzen, was sich unmittelbar positiv auf Präzision und Koordination auswirkt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modernisierung der Panzerhaubitzen M109. Die Ausführung A5+ BR erhielt wesentliche Verbesserungen, darunter ein automatisiertes Richtsystem, digitale Funkgeräte und die Anbindung an das Feuerleitsystem Génesis. Ältere Varianten wurden hingegen überholt und in SISDAC eingebunden, wodurch Interoperabilität und Effizienz beim Einsatz der Artillerie zunehmen.
Raketen, Flugkörper und Flugabwehr im ASTROS-FOGOS-Programm
Bei Raketen und Flugkörpern bleibt das ASTROS-System das wichtigste Mittel der Brasilianischen Armee für die Feuerunterstützung auf große Entfernungen. Da sich unterschiedliche Raketen- und Flugkörpertypen von derselben Plattform aus einsetzen lassen, bietet das System hohe operative Flexibilität und eine ausgeprägte Abschreckungsfähigkeit. Die Entwicklung eines taktischen Marschflugkörpers mit einer geplanten Reichweite von bis zu 300 Kilometern stärkt diesen strategischen Bereich zusätzlich.
Auch der Aufbau des Systems stellt einen Vorteil dar. Eine ASTROS-Batterie umfasst Startfahrzeuge, Fahrzeuge zur Munitionsversorgung, Führungs- und Kontrollmittel, Feuerleitung sowie meteorologische Unterstützung. Daraus entsteht ein integrierter, hochmobiler Verband, der in unterschiedlichen Szenarien autonom eingesetzt werden kann.
Im Bereich der Flugabwehr liegt der Schwerpunkt auf der Modernisierung vorhandener Mittel und dem Ausbau der Schutzfähigkeiten in verschiedenen Höhenbereichen. Die Einführung und Aufwertung von Systemen wie dem RBS-70 stärkt die Abwehrfähigkeit gegen Bedrohungen aus der Luft. Parallel dazu wird die Verteidigungsindustriebasis weiterhin kontinuierlich ausgebaut.
Insgesamt festigt die Neustrukturierung von ASTROS-FOGOS ein stärker integriertes Verständnis der Artillerie innerhalb der Brasilianischen Armee. Die Initiative unterstreicht das Bestreben nach größerer Effizienz, besserem Ressourcenmanagement und höherer Kampfkraft und richtet die Landstreitkräfte an den operativen Anforderungen des gegenwärtigen Umfelds aus.
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