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Donald Trump greift Kanada trotz gestrichener Rauch-Satelliten an

Mann vor drei Monitoren mit Umweltbildern, Diagramm und Nachricht, Schreibtisch mit Globus, Maske und Landkarte.

Während Rauch von kanadischen Waldbränden die USA belastet, greift Donald Trump Ottawa scharf an. Dabei hat seine eigene Regierung die Entwicklung amerikanischer Satelliten zur Überwachung genau solcher Brände gestrichen.

Waldbrände in Kanada belasten Millionen Menschen

Kanada erlebt erneut eine schwere Waldbrandkrise. Landesweit lodern gleichzeitig mehr als 950 Brandherde, besonders in Ontario und Québec. Gewaltige Schwaden giftigen Rauchs werden vom Wind nach Süden getragen und legen sich als gelblicher, erstickender Schleier über Metropolen wie Toronto, New York und Chicago. Deshalb gelten für mehr als 100 Millionen Menschen verschärfte Warnungen wegen schlechter Luftqualität.

Für Donald Trump ist dies eine Gelegenheit, Ottawa direkt anzugreifen. Auf seinem Netzwerk Truth Social wirft der US-Präsident der kanadischen Regierung „grobe Fahrlässigkeit“ bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder vor und bezeichnet den Rauch als eine umweltschädliche „Invasion“. Er beschuldigt Kanada, den Vereinigten Staaten erhebliche wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden zuzufügen, und droht nun, diese Kosten mit zusätzlichen Zöllen auf kanadische Waren auszugleichen.

Die systematische Demontage der wissenschaftlichen Forschung

Das ist kühn. Denn seit seiner Rückkehr an die Macht führt die Trump-Regierung einen umfassenden Angriff auf wissenschaftliche Institutionen und die Erdbeobachtung. Von der NASA bis zur US-Behörde für Wetter und Ozeane (NOAA) treffen massive Budgetkürzungen insbesondere Programme zur Erforschung von Klima und Umwelt, darunter GeoXO.

Dieses Satellitenprogramm der nächsten Generation sollte den USA bislang unerreichte Möglichkeiten zur Überwachung der Atmosphäre verschaffen. Die Regierung verlangte, die Konstellation von sechs auf vier Satelliten zu verkleinern, strich aber vor allem ein entscheidendes Instrument: ein hochauflösendes Spektrometer, das eigens zur Messung von Luftverschmutzung, Ozon und der Dichte von Waldbrandrauch entwickelt wurde.

GeoXO-Satelliten: Weniger Daten über Rauch und Schadstoffe

Washington erklärt, die Behörde wieder stärker auf kurzfristige Wettervorhersagen ausrichten zu wollen, indem sämtliche Instrumente zur langfristigen Beobachtung des Klimawandels gestrichen werden. Dafür werden sogar Geräte geopfert, die bereits bei Industrieunternehmen bestellt waren.

Gerade angesichts immer zerstörerischerer Brände wäre dieses Instrument jedoch von zentraler Bedeutung gewesen. Das Gerät sollte die Zusammensetzung der Luft in Echtzeit analysieren und den Behörden äußerst präzise geolokalisierte Daten über die Ausbreitung des Rauchs sowie die Konzentration giftiger Schadstoffe liefern. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern der George Washington University hätte der gesundheitliche Schutz durch diese Messungen einen Gewinn von 13 Milliarden Dollar pro Jahr bedeuten können.

Donald Trump verzichtet damit selbst auf die Instrumente, die nötig wären, um die Krisen vorherzusehen und zu bewältigen, die er öffentlich anprangert. Das ist endgültig der sprichwörtliche Hund, der sich in den Schwanz beißt …

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