Die Ukraine will das Starlink-Netz nutzen, um Ziele tief im russischen Staatsgebiet anzugreifen. Dabei ist Kiew jedoch von den wechselnden Entscheidungen Elon Musks abhängig.
Hat Elon Musk damit Einfluss auf den Verlauf des Kriegs in der Ukraine? Kiew möchte Starlink einsetzen, um seine Drohnen weiter innerhalb Russlands zu steuern. Dadurch sollen gegnerische Infrastrukturen gezielter und wirksamer getroffen werden.
Starlink für ukrainische Drohnen über Russland
Den ukrainischen Streitkräften steht Starlink bislang auf ukrainischem Territorium zur Verfügung. Kiew strebt nun an, diese Nutzung über die Grenze hinaus auszuweiten, damit Drohnen bis zu 200 Kilometer weit in Russland präziser gelenkt werden können. Wolodymyr Selenskyj soll Donald Trump bei einem Besuch im Weißen Haus vor einigen Wochen darum gebeten haben.
Die Abhängigkeit von Elon Musk
Problematisch ist, dass Elon Musk diese Freigabe erteilen müsste und seine Haltung nicht verlässlich ist. Zwar stellte der Milliardär Starlink der ukrainischen Armee bereit, doch eine Erweiterung der Abdeckung lehnte er wiederholt ab – insbesondere bei Einsätzen auf der Krim. Zudem wurde mit Mychajlo Fedorow erst vor Kurzem Musks wichtigster Ansprechpartner und ehemaliger Verteidigungsminister entlassen. Selenskyjs Lage ist daher heikel, zumal er gleichzeitig mehr Patriot-Raketen zur Abwehr russischer Angriffe fordert. Diese Raketen werden auch von der US-Armee im Krieg im Iran eingesetzt.
Selenskyj fordert ein europäisches Starlink
Dass Musk den Einsatz von Starlink in Russland genehmigt, gilt als wenig wahrscheinlich. Selenskyj verwies allerdings auf eine mögliche Alternative: den Aufbau eines europäischen Starlink. Dies wäre besonders wichtig, weil die Russen, die keinen Zugang zu Starlink haben, offenbar gemeinsam mit China an einem eigenen Satellitennetz arbeiten. Der ukrainische Präsident erklärte laut BFM:
„Wir werden nicht einfach abwarten, bis die Chinesen und Russen ihr eigenes Starlink-Äquivalent starten. Natürlich werden wir mit Starlink arbeiten, aber wir arbeiten auch an einem anderen europäischen Projekt. Wir haben bereits mit den Tests begonnen.“
Das Projekt IRIS² befindet sich derzeit noch in der Vorbereitung und ist von einer Fertigstellung weit entfernt. Bis dahin könnte Starlink der ukrainischen Armee die Arbeit erheblich erleichtern. Kiew hat zuletzt bereits wichtige Infrastrukturen des Landes zerstört. Zu den bevorzugten Zielen zählen Lagerhäuser von Wildberries, dem russischen Pendant zu Amazon. Mit Angriffen auf dieses Unternehmen hofft die Ukraine, die Wirtschaft von Wladimir Putins Land zu schwächen und sowohl das Militär als auch die Bevölkerung zu treffen.
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