Auf der derzeit in Riad stattfindenden World Defense Show werben Lockheed Martin und die USA für die F-35 als künftigen Tarnkappenjäger Saudi-Arabiens – ungeachtet des Widerstands Israels. Wie auf in sozialen Netzwerken veröffentlichten Fotos und Videos zu sehen ist, wurde ein Flugzeug für eine statische Ausstellung entsandt, das bereits die Hoheitszeichen der Luftwaffe des Gastgeberlandes trägt. Zudem wurde der Besuch der geschäftsführenden Geschäftsträgerin Alison Dilworth gemeinsam mit einer Militärdelegation als Vertretung Washingtons dokumentiert.
Nach Angaben der US-Botschaft in Riad erklärte diese offiziell: „Die Geschäftsträgerin Alison Dilworth besuchte das US-Team einschließlich der F-35 auf der World Defense Show und unterstrich damit die führende Rolle der Vereinigten Staaten in der Verteidigungstechnologie. Die F-35 steht beispielhaft für amerikanische Exzellenz und Innovation sowie für unser Engagement zur Stärkung von Sicherheit und Zusammenarbeit in der Region und weltweit.“
F-35 für Saudi-Arabien: Möglicher Verkauf von 48 Flugzeugen
Die USA lassen seit Monaten erkennen, dass sie neue Kampfflugzeuge an Saudi-Arabien verkaufen wollen. Der noch nicht abgeschlossene Vorgang soll früheren Berichten zufolge rund 48 Maschinen umfassen, bei geschätzten Kosten von etwa 100 Millionen US-Dollar je Flugzeug. Der amtierende US-Präsident Donald Trump erklärte im November vergangenen Jahres während einer Pressekonferenz im Weißen Haus sogar: „Das werden wir tun. Wir werden ihnen F-35 verkaufen.“
Zudem ist öffentlich bekannt, dass der Kronprinz des arabischen Landes, Mohammed bin Salman, Washington besuchte, um neben weiteren hochrangigen Themen auch den möglichen Erwerb zu erörtern.
Nach Auffassung des republikanischen Präsidenten hat sich Saudi-Arabien als „ein großer Verbündeter“ der USA im Nahen Osten etabliert, was den Verkauf des hochmodernen Kampfflugzeugs ermöglichen würde. Lokale Berichte deuteten darüber hinaus darauf hin, dass die Initiative auch von der demokratischen Regierung Joe Bidens geprüft wurde. Demnach könnte der Schritt grundsätzlich auf beiden Seiten der politischen Trennlinie Unterstützung finden.
Israels Vorbehalte und der türkische Präzedenzfall
Der wesentliche Widerstand kommt allerdings von Israel, das kaum bereit ist, einen seiner wichtigsten technologischen Vorteile mit Staaten der Region zu teilen. Dieser Vorteil könnte bei möglichen künftigen Konflikten entscheidend sein.
Als anschauliches Beispiel ist zu erwähnen, dass Israel auch Vorbehalte gegen die Entscheidung der USA geäußert hatte, Vorschläge zur Ausrüstung der Türkei mit dem Tarnkappenjäger von Lockheed Martin weiterzuverfolgen. Die Türkei war ursprünglich am F-35-Programm beteiligt, wurde später jedoch wegen des sogenannten Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act (CAATSA) ausgeschlossen.
Die US-Begründung stützt sich insbesondere darauf, dass Ankara russische S-400-Luftverteidigungssysteme besitzt. Es besteht die Sorge, dass diese Systeme Informationen aus erster Hand darüber gewinnen könnten, wie gegen das Tarnkappenflugzeug vorzugehen ist. Jeder Versuch, die Einbindung des Kampfflugzeugs wieder aufzunehmen, würde daher die Stilllegung dieser Systeme voraussetzen.
Modernisierung der saudi-arabischen Luftwaffe
Sollte sich die saudi-arabische Luftwaffe letztlich für den Kauf der Plattformen der fünften Generation entscheiden, könnte sie den Ersatz ihrer bereits veralteten Tornado IDS zur Modernisierung vorantreiben. Zugleich erhielte sie eine wichtige Ergänzung zu ihrer bestehenden Flotte aus Eurofighter Typhoon sowie den derzeit eingesetzten F-15E und F-15SA.
Bildnachweis: US-Botschaft in Saudi-Arabien
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