Deutschland hat die Beschaffung neuer MBDA-Meteor-Luft-Luft-Raketen mit großer Reichweite außerhalb der Sichtweite (BVR) bestätigt, um die Kampffähigkeiten der Eurofighter Typhoon der Luftwaffe auszubauen. Der Kauf ist Teil eines neuen Vertrags, der an das europäische Unternehmen MBDA vergeben wurde, und sichert die Fortführung des Meteor-Programms in den deutschen Streitkräften.
Der Auftrag wurde MBDA durch das Integrated Joint Programme Office für Meteor erteilt, das im Namen des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) handelte. Die Bestellung ergänzt frühere deutsche Beschaffungen im Rahmen des multinationalen Meteor-Programms.
Dazu erklärte der MBDA-Geschäftsführer Eric Béranger: „METEOR ist ein deutliches Beispiel für die Stärke multinationaler Zusammenarbeit bei der Entwicklung weltweit führender Verteidigungsfähigkeiten. Dieser jüngste Vertrag mit Deutschland, einem der Entwicklungspartner der Rakete, unterstreicht das anhaltende Vertrauen in ein Programm, das modernste Technologien aus sechs europäischen Nationen in einer einzigartigen, von MBDA geführten Zusammenarbeit vereint, um eine gemeinsame und entscheidende militärische Fähigkeit zu schaffen. 2025 erlebten wir ein weiteres erfolgreiches Jahr für METEOR, da die Nationen weiterhin in ihre Luftüberlegenheit investierten und die Souveränität ihrer Lufträume sicherten.“
Hintergrund des Programms und Finanzierung
Bereits im November 2024 hatte die deutsche Luftwaffe über ihre offiziellen Kanäle angekündigt, die Beschaffung weiterer MBDA-Meteor-Raketen voranzutreiben. Das Vorhaben wurde vom Verteidigungs- und Haushaltsausschuss gebilligt und wird über den Einzelplan 14 sowie aus dem Sondervermögen der Bundeswehr finanziert, das nach dem russischen Angriff auf die Ukraine geschaffen wurde.
In diesem Zusammenhang erklärte Brigadegeneral Johannes Hanke, einer der führenden Strategen der Luftwaffe: „Der Meteor ermöglicht es uns, unsere Luftpräsenz auf eine bislang nicht mögliche Weise zu stärken. Seine Reichweite und Manövrierfähigkeit versetzen den Eurofighter Typhoon in die Lage, selbst gegen fortschrittliche Bedrohungen zu bestehen, obwohl er ein Flugzeug einer älteren Generation ist.“
Ein in Europa gemeinsam entwickeltes System
Die Meteor-Rakete entstand aus einem von MBDA geführten europäischen Konsortium, an dem Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden beteiligt sind. Zu ihren besonderen Merkmalen gehört der Ramjet-Antrieb: ein Feststoffraketentriebwerk mit variablem Luftstrom, das in Deutschland von der MBDA-Tochter Bayern-Chemie hergestellt wird.
Dank dieser Antriebsart kann die Rakete während des gesamten Fluges bis zum Abfangen des Ziels Schub aufrechterhalten. Dadurch vergrößert sich ihre sogenannte „No Escape Zone“, die größer ist als bei anderen Luft-Luft-Raketen dieser Klasse.
Die MBDA Meteor wird weltweit auf mehreren Luftkampfplattformen eingesetzt, darunter Eurofighter Typhoon, Rafale, Gripen und KF-21 Boramae. Im Jahr 2025 machte die Rakete Fortschritte bei ihrer Integration in die F-35: Sie absolvierte ihren Erstflug in der Variante F-35B, während für den ersten Flug in der F-35A zuvor Bodentests durchgeführt wurden.
Im November 2025 bestätigte die brasilianische Luftwaffe einen erfolgreichen Testabschuss der Meteor von F-39E Gripen E-Kampfflugzeugen. Damit wurde ihre Rolle innerhalb der brasilianischen Luftverteidigungsfähigkeiten weiter gestärkt.
Fortsetzung des Meteor-Programms in Deutschland
Die Verbindung zwischen der Luftwaffe und dem Meteor-System reicht bis 2011 zurück, als Deutschland dessen gemeinsame Einführung mit weiteren europäischen Partnern vorantrieb. 2014 erhielt die deutsche Luftwaffe ihr erstes Los mit 150 Raketen; 2018 kamen weitere 100 Exemplare hinzu. Die bislang letzte dokumentierte Bestellung erfolgte 2021 und umfasste 120 zusätzliche Raketen. Sie entsprach den Modernisierungsanforderungen der NATO sowie der Notwendigkeit, neuen, von Russland entwickelten Technologien entgegenzuwirken.
Mit der jüngsten Beschaffung bekräftigt Deutschland sein Engagement für das Meteor-Programm und für den Ausbau seiner Luftverteidigungsfähigkeiten im Rahmen der europäischen industrie- und militärpolitischen Zusammenarbeit.
Abbildungen dienen nur der Veranschaulichung.
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