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Rente: Marc erhält rund 400 Euro mehr pro Monat

Älterer Mann analysiert lächelnd Pensionsdokumente am Küchentisch mit Laptop und Taschenrechner.

Nach einer wechselhaften Laufbahn im Bankwesen hatte sich Marc auf eine monatliche Rente von gut 1.400 Euro eingestellt. Ein Berater machte ihn jedoch auf eine legale Option aufmerksam: Durch Arbeit im Ruhestand konnte er eine zweite, zusätzliche lebenslange Rentenzahlung aufbauen – ohne Tricks und ohne Probleme mit Behörden. Unterm Strich kamen rund 400 Euro pro Monat hinzu.

Mit 62 entdeckt ein Rentner ein kaum bekanntes Modell

Marc ist kein Finanzfachmann, sondern ein typischer Angestellter im Ruhestand. Seine Altersrente bezog er bereits, sämtliche Ansprüche hatte er beantragt. Deshalb ging er davon aus, dass der monatliche Betrag auf seinem Konto bis ans Lebensende unverändert bleiben würde.

Erst ein Gespräch mit einem Rentenberater brachte ihn auf ein Instrument, das in Deutschland grob unter „Arbeiten neben der Rente“ fallen würde, in seinem Fall jedoch deutlich weiterreichte. Im französischen System lässt sich das Modell etwa so beschreiben: Die bisherige Rente wird vollständig weitergezahlt, während aus einer neuen Beschäftigung zusätzlich eine weitere Rente entsteht.

Der Clou: Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann seine bisherige Rente ungekürzt weiter erhalten und parallel neue Rentenansprüche für eine zweite, separate Zusatzrente aufbauen.

Für Marc hieß das: Nach dem offiziellen Rentenbeginn nahm er nochmals eine Stelle an, allerdings unter klar definierten Voraussetzungen. Denn nicht jede Beschäftigung neben der Rente schafft neue Ansprüche. Wer die formalen Regeln übersieht, arbeitet zwar, entrichtet Beiträge, erhält daraus aber keinen einzigen Euro zusätzliche Rente.

Vollrente und Job: Wann sich das Modell rechnet

Grundsätzlich gibt es bei der Erwerbstätigkeit im Ruhestand zwei Varianten: Eine begrenzt das gesamte Einkommen, die andere erlaubt den vollen Bezug von Rente und Arbeitsentgelt. Nur die zweite Möglichkeit eröffnet in Frankreich seit 2023 die Chance, eine zusätzliche zweite Rente aufzubauen.

Die maßgeblichen Voraussetzungen

Marc erfüllte sämtliche erforderlichen Kriterien:

  • Er hatte die reguläre Altersgrenze erreicht.
  • Er konnte alle notwendigen Versicherungszeiten für eine abschlagsfreie Rente vorweisen.
  • Sämtliche Rentenansprüche – gesetzliche, betriebliche sowie Ansprüche im In- und Ausland – waren bereits beantragt.
  • Seine neue Tätigkeit nahm er bei einem anderen Arbeitgeber auf.

Da alle Bedingungen erfüllt waren, erhielt Marc seine ursprüngliche Rente unverändert weiter. Gleichzeitig arbeitete er als Berater an zwei Tagen pro Woche. Sein auf etwa 18 Monate befristetes Honorar betrug rund 2.500 Euro brutto monatlich. Die dafür gezahlten Beiträge wurden einem „neuen Rentenkonto“ gutgeschrieben, aus dem später die zusätzliche Rente ermittelt wird.

Hätte Marc ohne vollen Rentenanspruch weitergearbeitet, wäre sein Einkommen gedeckelt und seine Beiträge wären wirkungslos geblieben – keine zweite Rente, nur mehr Arbeit.

Die kritische 6-Monats-Regel beim früheren Arbeitgeber

Entscheidend war auch, dass Marc zu einem neuen Arbeitgeber wechselte. Hätte er unmittelbar nach Rentenbeginn wieder bei seinem früheren Betrieb angefangen, hätte er eine Wartezeit einhalten müssen. Sein System schreibt mindestens sechs Monate Unterbrechung vor; andernfalls werden die neuen Beiträge nicht für zusätzliche Rentenansprüche berücksichtigt.

Wer diese Frist versäumt, kann die Situation später nicht einfach zurücksetzen. Die gezahlten Beiträge erhöhen die Rente dann nicht, obwohl sie regulär an die Rentenkasse abgeführt wurden.

Berechnung der zweiten Rente im französischen System

Seit Anfang 2023 fließen die Beiträge aus einer neuen Beschäftigung in einen separaten Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung. Die bereits bezogene Rente bleibt dabei unangetastet. Daraus entsteht eine zweite Zahlung auf Lebenszeit, die allerdings begrenzt ist.

Obergrenze für den gesetzlichen Rentenanteil

Für Marcs zweite gesetzliche Rente gelten feste Berechnungsvorgaben:

  • Sie wird stets mit dem vollen Rentenfaktor und ohne Abschläge bestimmt.
  • Zuschläge, beispielsweise für Kinder, werden dafür nicht gewährt.
  • Höchstens 5 Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgröße können erreicht werden.

Für aktuelle Jahrgänge liegt die Grenze bei knapp über 2.300 Euro brutto jährlich. Das entspricht etwa 200 Euro zusätzlicher gesetzlicher Rente im Monat. Dieser Betrag wird dauerhaft gezahlt, solange der Rentner lebt. Mehr lässt sich allein über dieses Instrument im gesetzlichen System nicht erzielen.

Weitere Punkte aus Betriebs- und Zusatzrente

Zeitgleich werden die Beiträge aus der neuen Tätigkeit der ergänzenden Rentenversicherung des jeweiligen Systems zugeordnet. Im Unterschied zur gesetzlichen Komponente gilt dort keine vergleichbar strenge Obergrenze.

Bei Marcs Einkommen und der Dauer seiner Beschäftigung ergaben sich:

  • eine zweite gesetzliche Rente nahe der genannten jährlichen Höchstgrenze,
  • zusätzliche Punkte in der ergänzenden Rente,
  • insgesamt ein monatliches Plus von rund 300 bis 400 Euro.

Wer lediglich in Teilzeit arbeitet oder deutlich weniger verdient, kommt eher auf 30, 50 oder 80 Euro mehr im Monat. Auch diese Beträge werden jedoch lebenslang gezahlt.

Checkliste: Den Renten-Booster rechtssicher einsetzen

Damit das Modell nicht zum Nachteil wird, ist ein planvolles Vorgehen erforderlich. Die französischen Bestimmungen sind umfangreich. Ihr Grundgedanke lässt sich jedoch in einfachen Schritten darstellen, die deutschen Lesern ebenfalls helfen können, die Regeln des eigenen Systems genauer zu hinterfragen.

Die wichtigsten Schritte auf einen Blick

Schritt Ziel
1. Vollrente prüfen Prüfen, ob die reguläre Altersgrenze und alle erforderlichen Versicherungszeiten erfüllt sind.
2. Alle Renten beantragen Gesetzliche Rente, Betriebsrente und Auslandsrenten gleichzeitig in Anspruch nehmen.
3. Passenden Job auswählen Idealerweise einen neuen Arbeitgeber wählen oder beim bisherigen Betrieb die Wartezeit einhalten.
4. Arbeitsaufnahme melden Die Rentenversicherung frühzeitig informieren, damit Beiträge korrekt verbucht werden.
5. Ausreichende Beschäftigungszeit vorsehen Mindestens ein Jahr, besser bis zu zwei Jahre arbeiten, um spürbare Ansprüche aufzubauen.
6. Neue Rente separat beantragen Einen besonderen Antrag stellen, damit die zweite Rente berechnet und ausgezahlt wird.

Ohne aktiven Antrag bleibt die zweite Rente oft liegen. Viele Ruheständler wissen nicht einmal, dass sie Anspruch darauf hätten.

Weshalb der Zeitpunkt des Rentenstarts plötzlich entscheidend ist

Im französischen System ist für 2027 bereits eine Reform der Vorschriften für Arbeit im Ruhestand gesetzlich vorgesehen. Wer den Übergang in die Rente ungünstig plant, könnte in die strengere Variante mit Einkommensgrenze fallen. Dann würden Beiträge gezahlt, ohne dass daraus zusätzliche Ansprüche entstehen.

Auch in Deutschland können Rentenreformen dazu führen, dass eine falsche zeitliche Entscheidung spürbare finanzielle Folgen hat. Marcs Fall verdeutlicht dies: Ohne den Hinweis seines Beraters hätte er über Jahrzehnte hinweg zigtausend Euro verschenkt.

Was deutsche Rentner aus Marcs Beispiel mitnehmen können

Die Systeme unterscheiden sich zwar erheblich, die wesentliche Erkenntnis bleibt jedoch dieselbe: Die Rente ist heute ein strategisches Thema und keine bloße Verwaltungsangelegenheit. Wer sich rechtzeitig informiert, kann Möglichkeiten erkennen, die zunächst nicht sichtbar sind.

Für Deutschland empfiehlt sich insbesondere ein Blick auf:

  • die Regeln für Hinzuverdienst vor und nach dem Erreichen der regulären Altersgrenze,
  • die Möglichkeit, bei einem späteren Rentenbeginn Zuschläge zu erhalten,
  • die Verbindung aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Altersvorsorge,
  • freiwillige Beitragszahlungen, etwa um Lücken zu schließen.

Viele Menschen in Deutschland unterschätzen, wie stark einzelne Entscheidungen die monatliche Rente langfristig beeinflussen können. Das gilt etwa für ein zusätzliches Arbeitsjahr, Teilzeit statt eines vollständigen Ausstiegs oder einen Arbeitgeberwechsel vor Rentenbeginn.

Risiken, Grenzen und sinnvolle Kombinationen

Auf den ersten Blick wirkt Marcs Vorgehen wie ein ideales Geschäft. Dennoch sollte jeder die entscheidenden Faktoren nüchtern abwägen: Gesundheit, Belastbarkeit, Steuern und Sozialabgaben. Die zusätzliche Rente ist kein Geschenk, sondern das Ergebnis weiterer Arbeit und zusätzlicher Beiträge.

Wer gesundheitlich eingeschränkt ist oder körperlich anspruchsvolle Berufe ausübt, ist häufig besser beraten, früher aufzuhören und stärker auf private oder betriebliche Vorsorge zu setzen. Andere profitieren dagegen erheblich von moderater Teilzeit nach dem Rentenbeginn, verbunden mit gezielten Einzahlungen in die Altersvorsorge.

Marcs Geschichte zeigt vor allem: Die Rente ist längst zu einem Lebensprojekt geworden. Wer die Regeln kennt, kann jeden Monat Hunderte Euro zusätzlich erhalten – legal, dauerhaft und ohne riskante Finanzprodukte. Wer lediglich den Standardantrag einreicht und darauf vertraut, dass „die da oben“ schon alles richtig regeln werden, verzichtet womöglich unbemerkt auf Geld, das ihm eigentlich zustehen könnte.

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