Eine 5.000 Jahre alte Struktur, die in England entdeckt wurde, könnte das Verständnis der Entstehung von Stonehenge verändern. Sie zeigt, dass komplexes astronomisches Wissen bereits Jahrhunderte vor dem berühmten Steinmonument genutzt wurde.
Wie könnte der Fund die Geschichte von Stonehenge neu schreiben?
Eine uralte 5.000 Jahre alte Struktur in Bulford im Südwesten Englands hat das Interesse von Archäologen geweckt, weil sie deutliche Ähnlichkeiten mit Stonehenge aufweist. Der Fundort liegt nur rund fünf Kilometer von dem prähistorischen Monument entfernt.
Statt aus gewaltigen Steinblöcken bestand die Anlage aus zwei Holzpfosten, die ungefähr 120 Meter voneinander entfernt standen. Ihre Anordnung legt nahe, dass der Ort weit mehr als nur der Kennzeichnung eines Gebiets diente.
Warum beeindruckte die Ausrichtung auf die Sonnenwenden die Forschenden?
Untersuchungen zufolge waren die Pfosten präzise auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende und den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet. Damit folgten sie demselben Muster, das auch in Stonehenge zu erkennen ist.
Nach Einschätzung der Archäologen belegt diese Ausrichtung, dass prähistorische Gemeinschaften den Himmel schon lange vor dem Bau der berühmten Steine mit ausgefeilten Methoden beobachteten. Dies deutet auf eine noch ältere astronomische Tradition hin.
Datierung zeigt: Der Ort ist älter als die berühmten Steine
Mithilfe von Radiokarbondatierungen stellten die Forschenden fest, dass die Pfosten vor etwa fünftausend Jahren errichtet wurden. Dieser Zeitraum fällt mit den ersten Erdarbeiten in Stonehenge zusammen.
Die riesigen Steine, durch die das Monument weltweit bekannt wurde, wurden erst ungefähr 500 Jahre später aufgestellt. Das stützt die Annahme, dass Bulford als frühe Inspiration gedient haben könnte.
Was kam bei den Ausgrabungen ans Licht?
Neben der Hauptstruktur fanden die Forschenden zahlreiche Objekte, die Aufschluss darüber geben, wie diese Bevölkerungsgruppen den Ort nutzten. Die Spuren weisen auf gemeinschaftliche Zusammenkünfte hin, die mit den Wechseln der Jahreszeiten verbunden waren.
Zu den wichtigsten Funden zählen folgende Materialien:
- Keramik, die von den örtlichen Gemeinschaften verwendet wurde.
- Tierknochen, die auf mögliche Festmahle oder Rituale hindeuten.
- Holzkohle, die mit dem Entzünden von Feuerstellen verbunden ist.
- Bearbeiteter Feuerstein, der zur Herstellung von Werkzeugen diente.
- Ein seltenes Messer in Scheibenform, das möglicherweise die Sonne symbolisiert.
Fachleute sehen in der Entdeckung neue Erkenntnisse über die Vergangenheit
Für die Verantwortlichen der Untersuchung zeigt der Fund, dass Stonehenge wahrscheinlich Teil einer viel älteren Tradition ist. Diese entstand über Generationen hinweg und beruhte auf der Beziehung zwischen Menschen, Landschaft und den Bewegungen der Sonne.
Unabhängige Forschende bewerten die Ergebnisse zwar als sehr vielversprechend, doch Fachleute betonen, dass die vollständige Veröffentlichung der wissenschaftlichen Untersuchungen weiterhin wichtig sein wird, um sämtliche Deutungen des Fundorts zu bestätigen.
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